Veröffentlicht von Bettina Berndt am Fr., 12. Jun. 2020 13:16 Uhr

In Israel gibt es zwei Seen: Den See Kinnareth, der vielleicht besser bekannt ist unter dem Namen See Genezareth, und das Tote Meer, das trotz des Namens ein See ist und kein Meer.

Der See Genezareth ist nicht besonders groß, etwa ein Drittel so groß wie der Bodensee. Doch er ist ein See voller Leben, und er ist sehr bedeutsam für Israel. Der See Genezareth ist nämlich das wichtigste Wasserreservoir des Landes und bewässert unter anderem die trockenen südwestlichen Teile Israels. Viele Fischer verdienen hier ihren Lebensunterhalt.

Der Jordan, der durch den See Genezareth fließt, fließt weiter Richtung Süden und erreicht nach einer Weile das Tote Meer. Die Wasseroberfläche des Toten Meeres ist der tiefste Punkt des Jordan, 417 Meter unter dem Meeresspiegel. Wie der Name bereits andeutet, gibt es keinerlei Leben im Toten Meer – weder Pflanzen noch Tiere überleben aufgrund des hohen Salzgehaltes.

Worin liegt nun der Unterschied zwischen dem Leben spendenden See und dem Toten Meer?

Es ist nicht das Wasser als solches – beide Seen werden von demselben Wasser des Jordan gespeist.

Der Unterschied besteht darin, dass der See Genezareth das Wasser des Jordan nicht nur entgegennimmt, sondern es auch wieder herausfließen lässt. Für jeden Wassertropfen, den der See in sich aufnimmt, gibt er einen Tropfen weiter.

Das Tote Meer hingegen hat keinen Ausfluss. Abgesehen von der Verdunstung behält das Tote Meer jeden Tropfen, der aus dem Jordan in es hineinrinnt.

Der See, der weitergibt, fließt über vor Leben, während derjenige, der alles für sich behält, vollkommen tot ist.

Dieses Bild braucht keine religiöse Deutung, doch steht für mich das Wasser für Lebenskraft, für Liebe. Und nicht wir sind dessen Quelle, sondern Gott, „der die Liebe ist“.

Wir sind berufen, See zu sein (oder Fluss oder Brunnen). Wer das Empfangene nicht weitergibt, verliert Lebendigkeit - wie das Tote Meer. Wenn wir jedoch zu wenig aufnehmen/empfangen und zu viel abgeben/abzapfen lassen, trocknen wir auch aus – ich muss genug haben und immer wieder bekommen, um geben zu können.

In diesem Sinne: erholen Sie sich gut!

Ihre

Christine Franke

 

 

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