Veröffentlicht von Bettina Berndt am Mo., 4. Mai. 2020 16:30 Uhr

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Über Sechs Millionen Juden waren ermordet worden. Über vier Millionen Sinti und Roma, gleichgeschlechtlich Liebende, politische anders Denkende, behinderte und kranke Menschen wurden ebenso Opfer des mörderischen Tuns der Nationalsozialisten. In Buch erinnert hieran ein Denkmal auf dem Gelände des Helios-Klinikums. In Marzahn erinnern Straßenname und Stele an den Gefängnisseelsorger Harald Poelchau, der politische Gefangene in Tegel vor der Hinrichtung begleitete. Gemeinsam mit seiner Frau Dorothee versteckte er Juden vor den Nationalsozialisten.

Über 80 Millionen Soldaten und Zivilisten wurden im Zweiten Weltkrieg Opfer eines Weltenbrandes, der von deutschem Boden und im deutschen Namen ausging. So viel Leid, so viel Elend. Traumatisierungen, die auch 75 Jahre nach Ende des Krieges in den nachfolgenden Generationen spürbar sind.

Der 8. Mai 1945 war ein Tag der Befreiung. Auch wenn der Krieg verloren war. Aber zu Ende war endlich die nationalsozialistische Schreckensherrschaft. Nur das Ende ermöglichte den Neuanfang des Lebens.

75 Jahre später erinnern wir uns. Wir erinnern die Bilder der ausgebombten Städte. Wir erinnern das Leid der Vertriebenen und der Flüchtenden. Wir erinnern die Menschen, die noch kurz vor dem Ende des Krieges gestorben sind. Dietrich Bonhoeffer wurde am 9. April 1945 hingerichtet. Am 21. April 1945 wurden die drei alten Dorfkirchen von Malchow, Wartenberg und Falkenberg von der deutschen Wehrmacht zerstört, damit die anrückende Sowjetarmee sie nicht für militärische Zwecke nutzen konnte.

Wir erinnern uns. Um die Toten nicht zu vergessen. Hand und Name – so heißt es biblisch, auf hebräisch: Yad Vashem – Hand und Name verpflichten uns, dass das Schreckliche sich nicht wiederholt. Wie nötig das Erinnern ist, ist seit den Anschlägen in Halle und Hanau mehr als deutlich. Danke allen, die in den nächsten Monaten im Kirchenkreis erinnern – mit Veranstaltungen, in Gottesdiensten, mit Gedenkstunden, durch Gespräche und Ausstellungen. Danke! Wir erinnern uns und vergessen in Gottes Namen nicht.

Herzlich grüßt Sie

Ihr Bischof Dr. Christian Stäblein Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

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