Veröffentlicht von Bettina Berndt am Mo., 18. Nov. 2019 13:29 Uhr

Im gebirgigen und unwegsamen Süden Äthiopiens gibt es Wasser, die Quellen sind allerdings oft weit von den Dörfern entfernt, und es gab zudem bislang keine Trennung von Brauchwasser und Trinkwasser, so dass z.B. das Vieh häufig aus der gleichen Quelle trank, aus der das Trinkwasser entnommen wurde. Durch das dementsprechend verunreinigte Wasser kamen häufig Erkrankungen insbesondere des Magen-Darm-Trakts vor.

In Zusammenarbeit mit lokalen Wasserbehörden werden daher seit 2009 Quellenschutzbecken und Wassersysteme geschaffen, die die Ortschaften und damit hunderte von Haushalten mit sauberem Trinkwasser versorgen. Insbesondere wird dieses Projekt vom Evangelischen Kirchenkreis Berlin Nord-Ost und vom Berliner Missionswerk langfristig gefördert.

Dr. Martin Franke, Afrikareferent des Berliner Missionswerks hat die Region im Oktober 2019 besucht und beschreibt hier die aktuelle Situation und seine Reise nach Kucha.

"Wir fahren zum Wasserprojekt in der Region Kucha, das dieses Jahr vom Evangelischen Kirchenkreis Berlin Nord-Ost unterstützt und nun seit ein paar Monaten erfolgreich abgeschlossen wurde. Das Projekt liegt wirklich in einem sehr abgelegen Gebiet. Von der Abzweigung der Hauptstraße nach Addis nach ca. einer Stunde sind es mindestens noch vier Stunden über Zefine bis in die Berge. Die Straße ist sehr holprig, geht über eine Furt, über große Steine und kleinste Wege im Gebirge. Bis wir die erste Zapfstelle erreichen, sind wir alle total durchgeschüttelt. Die Zapfstellen sind von eins bis neun nummeriert und durch eine ca. 5 cm dicke Plastikrohrleitung verbunden. Diese führt über neun Kilometer durch ein ansteigendes Tal, an riesigen grünen Hügeln vorbei bis zu einer Grundschule. Dort wird das Wasser in einem großen Betontank gesammelt, der auf dem Schulgelände liegt. Dadurch wäre er sicherer, wird mir versichert. Auf der anderen Seite schlängelt sich die Rohrleitung, im Boden vergraben, weiter den Hang hoch und kreuzt dabei mehrfach den gewundenen Bergpfad, auf dem wir weiterfahren. Die letzten drei Kilometer laufen wir durch eine märchenhaft schöne Landschaft mit vereinzelten Gehöften bis zu den Quellen. Dort wird das Wasser gesammelt und mit der Rohrleitung verbunden. Die ganze Konstruktion beruht einzig auf der Schwerkraft, die das Wasser den Berg hinunter in die neun Zapfstellen zwingt. Tausende von Menschen müssen nun nicht mehr zu den Quellen laufen oder Wasser aus den kleinen Bächen in den Talsohlen schöpfen. Überall werden wir staunend empfangen, hier bin ich wirklich Fremder. Mehrfach wird mir versichert, die Kinder hätten noch nie in ihrem Leben einen Weißen gesehen. "
Hier erfahren Sie noch mehr über das Wasserprojekt in Äthiopien >>

Rev. Dr. Martin Frank
Afrikareferent/Theological Secretary for Africa
Berliner Missionswerk
Ökumenisches Zentrum der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und der Evangelischen Landeskirche Anhalts

Foto: Berliner Missionswerk

 

 

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