Veröffentlicht von Bettina Berndt am Fr., 28. Sep. 2018 13:05 Uhr

Einem indischen Meister ist zu Ohren gekommen, dass der dümmste unter seinen Schülern zu Fuß über den Fluss gegangen sei. Er kann es kaum glauben. Doch der Schüler bestätigt das Gerücht: „Ja, ich bin zu Fuß über den Fluss gewandert – und das verdanke ich Dir: ich habe bei jedem Schritt übers Wasser deinen heiligen Namen angerufen, und das hat mich über das Wasser getragen.“

Der Meister ist verblüfft und grübelt darüber nach, welche wunderbare Kraft wohl in seinem Namen verborgen sei, dass sogar ein dummer Schüler damit über das Wasser gehen kann.

Er möchte es selber ausprobieren, geht an den Fluss und setzt ohne zu zögern seinen Fuß aufs Wasser. Dazu ruft er mit frommer Inbrunst: „Ich, ich, ich…“.

Und versinkt in den Fluten.

Wie gut kenne ich das: wenn ich um mich kreise, gehe ich unter. Das „Ich, ich, ich“ trägt nicht.

Zu einem erfüllten Leben gehört die Hingabe an etwas Größeres.

Ich muss mich dabei nicht selbst aus den Augen verlieren, aber ich muss (darf?) aufhören, nur mich zu sehen.

Seien Sie herzlich gegrüßt!

Ihre Pfarrerin Christine Franke

 

 

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