Veröffentlicht am Mi., 17. Jun. 2015 13:00 Uhr

FriedensBrot
Saatgut vom Roggenfeld der Kapelle der Versöhnung auf dem ehemaligen Todesstreifen an der Bernauer Straße wurde in die zehn mittel- und südosteuropäischen Ländern versandt, die nach 1989 der EU beigetreten sind. 2014 wurden dann erstmals die gewonnenen Roggenernten aus den teilnehmenden Ländern in Berlin gemeinsam zu einem europäischen FriedensBrot verbacken. Die 25-Jahres-Feier zum Mauerfall wurde durch diese Aktion begleitet.
Eindrücke der Aktionen können Sie hier auf youtube sehen, auch erfahren Sie mehr in einem Interview mit Gibfried Schenk, einer der Initiatoren des FriedensBrots.
ier können Sie den Flyer zum Projekt downloaden >>

Kurzfilm zum Projekt FriedensBrot:
https://www.youtube.com/watch?v=RPpUnmc8KFY

Impressionen von der FriedensBrot-Feier an der Kapelle der Versöhnung am 1. Oktober 2014:
https://www.youtube.com/watch?v=k04NRdcGfpM

Interview mit Gibfried Schenk
von berlin.tv anläßlich der FriedensBrot-Übergabe an die polnischen Partner während der Internationalen Grünen Woche im Januar 2015:
https://www.youtube.com/watch?v=3o74ZPA3KZk&feature=youtu.be

www.friedensbrot.eu

Es steht kein Schild am Feldrand. Dass sich hier mitten in der Großstadt, an der Tram-Strecke der M 10 und in U-Bahnnähe die Roggenhalme im Wind wiegen, erklärt sich von selbst: ein Getreidefeld auf dem ehemaligen Todesfeld. Zeichen des Lebens. Was die Ostberliner Grün-Aktivisten um die Künstler Anna Lobeck, Peter Schwarzbach und Manfred Butzmann im ersten Revolutionsfrühjahr 1990 mit ihrer Aussaat von Lupine im Mauerstreifen begannen, haben mehrere Menschen in der Versöhnungsgemeinde später als Teil der Gemeindearbeit aufgenommen: Auf der entlebten Grenz-Erde sollte wieder etwas wachsen! Am besten Getreide. Hier, wo durch die Namen „Ackerstraße“, „Wiesenstraße“ und  „Gartenstraße“ noch Erinnerung lebt an das 17. und 18. Jahrhundert, mit seinen Feldmarken der Vorstädte. 

So ist seit 2005 die Kapelle der Versöhnung eingebettet in ein Feld. Unsere Gemeinde lebt nicht mehr nur wie seit alters mit dem Kirchenjahr und wie seit der Friedlichen Revolution mit den Jahrestagen der Gedenkanlässe zur Teilungs-Geschichte unseres Landes. Hinzu kam das Mitleben im bäuerlichen Jahr, zwischen Aussaat und Ernte. Wir leben mit den Kornsäcken in unserer Gemeinde. An einem Abendmahlssonntag duftet es in der Kapelle nach Roggen-Oblaten, frisch gebackenen von unserer Kirchenmusikerin Heidrun Albert. Wie das Korn selbst ist auch die Roggenfeld-Idee weiter gewachsen. So gründete sich 2012 der auch vom Kirchenkreis Berlin Nord-Ost unterstützte Verein „Friedensbrot“. Von der Roggenernte des vergangenen Jahres sandte er je 10 kg Saatgut in jene elf mittel- und südosteuropäischen Länder, die nach 1989 der EU beigetreten sind.
Pfarrer Thomas Jeutner, Kirchengemeinde Versöhnung

Foto: Shomali, FriedensBrot e.V.
Kategorien Aktuelles